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| Auf dieser
Seite finden Sie Besprechungen von Büchern und CD-ROMs. Die Rezensionen geben meine persönliche Meinung wieder und sind nicht von den Verlagen oder Dritten beeinflußt. |
Alle Jahre wieder legt Microsoft die Encarta Enzyklopädie und den Weltatlas neu auf, und wieder ist es das neueste, größte und vollständigste Produkt aus der Reihe. Insgesamt fünf CDs (drei für die Enzyklopädie, zwei für den Weltatlas) erhält man für sein Geld; wenn man etwas sparsamer sein möchte, lassen sich beide Produkte auch etwas abgespeckter erwerben. Die Unterschiede macht die folgende Tabelle deutlich (alle Angaben laut Microsoft):
| Enthaltene Features/Produkte | Enzyklopädie | Enzyklopädie Plus | Enzyklopädie Professional |
| Anzahl der CDs | 1 | 3 | 5 |
| Artikel | >36.000 | >45.000 | >53.000 |
| Quellentexte | - | 1.000 | 1.000 |
| Wörter | 11,1 Mio | 13,9 Mio | 21 Mio |
| Photos und Abbildungen | >12.000 | >15.000 | >19.500 |
| Videos und Animationen | >120 | >220 | >250 |
| Audios | >10 Std. | >12 Std. | >26 Std. |
| Webcenter | ja | ja | ja |
| Virtuelle Reisen | nein | ja | ja |
| Recherche-Assistent | nein | ja | ja |
| Interaktives Historama | nein | ja | ja |
| Studium und Recherche | nein | ja | ja |
| Wörterbuch | ja | ja | ja |
| Encarta Weltatlas | nein | nein | ja |
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Die neue Artikelübersicht |
Bei der Installation wird - wie das bei Microsoft-Produkten seit einigen Jahren üblich ist - ungefragt auf die neuste Version des Internet-Explorers (hier 5.5) upgedatet. Danach zeigt sich die Encarta in neu gestyltem, elegantem Gewand und mit neuer Gliederung der Artikel. Die Verweise auf Multimedia-Elemente, Einträge im Historama, Websuche, etc. sind schön gemacht und sorgen höchstens bei niedriger Bildschirmauflösung für Platzprobleme. Die Aktualität der Artikel ist bei meinen Stichproben erfreulich gut gewesen und die Ausführlichkeit ist beeindruckend.
Die Integration des Internet ist auch in diesem Produkt wieder allgegenwärtig. Zu fast jedem Artikel sind weiterführende Links angegeben und die Encarta selbst kann per Download aktualisiert werden, sobald Änderungen und Neuigkeiten bereitstehen. Erstmals ist es in dieser Ausgabe möglich, den kompletten Datenbestand von CD auf die Festplatte zu kopieren. Das erlaubt es Leuten, die zwei Gigabyte Plattenplatz verschmerzen können, auf das Jonglieren mit den CDs zu verzichten; für manche mag dies die Bequemlichkeit beim Nachschlagen durchaus erhöhen.
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Let's do the timewarp again: Das neue Historama |
Besonders gut gelungen ist die Neugestaltung des Historamas. War dies vorher noch eine statische Beigabe, in der nur die allerwichtigsten Ereignisse zu finden waren, so hat es sich in der neuen Ausgabe zu einem interaktiven Werkzeug gemausert, mit dem man gut arbeiten kann. Die Zeitskala läßt sich zoomen, und so stößt man bei der Dehnung der Zeitachse auf immer mehr Ereignisse des entsprechenden Abschnitts. Noch mehr Einträge findet man, wenn man zwei Themen und Kontinente miteinander vergleicht. Im Bild rechts findet man in der oberen Hälfte Naturwissenschaft und Technik in Europa, in der unteren Kunst in Europa. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Bereiche oder Kulturen über einen Zeitraum bequem vergleichen. Ein wertvolles Werkzeug, um sich die Wirren der Weltgeschichte ein wenig plastischer vor Augen zu führen.
Der mehrsprachige Vergleich von zehn Standard-Redewendungen durch Aussprechen ist zwar nett, schade ist dabei nur, daß man die Texte in den Landessprachen nicht zu lesen bekommt. So muß man mühsam hinhören, wie der Satz oder das Wort wohl heißen mögen.
Während am Inhalt also kaum etwas auszusetzen ist, liegt der größte Schwachpunkt bei der Suchfunktion. Solange man nur einzelne Stichwörter sucht, besteht kein Grund zur Klage. Bei logisch verknüpften Suchbegriffen gelangt man allerdings schnell an den Rand der Verzweiflung. Die logischen Verknüpfungen (UND, ODER, NICHT) liefern manchmal seltsame Ergebnisse, und nach genauen Zeichenfolgen läßt sich gar nicht erst suchen. Hier ist die Encarta also noch meilenweit von dem Standard entfernt, den mittlerweile jede Suchmaschine im Internet beherrscht. Schade.
Ein weiterer Minuspunkt ist die mangelnde Stabilität des Programms. Bereits mehrfach ist die Encarta beim Aufruf eines einfachen Artikels abgestürzt, ohne daß dies beim erneuten Start zu reproduzieren wäre. Glücklicherweise reißt dies nicht direkt das halbe Betriebssystem mit in den Keller, wie es bei Abstürzen des Internet Explorers häufiger der Fall ist.
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Auf den Spuren von Lawrence von Arabien... |
Der Encarta Weltatlas bietet auch in dieser Ausgabe die wohl detailliertesten topographischen und politischen Karten seiner Zunft. Neben geologischen Karten, Satellitenaufnahmen der Erde bei Tag und Nacht, sowie Bevölkerungsdichte ist eine sehr genaue Mondkarte enthalten, die alle Landepunkte der Mondmissionen enthält. Auf allen Karten kann man mit der Maus über die gesamte Erde scrollen, ohne daß unterschiedliche Kartenstücke oder verschiedene Maßstäbe dabei stören. Bei der Suche nach bestimmten Orten hilft die Suchfunktion, die ca. 1,8 Millionen Orte kennt.
Sehr hilfreich ist auch die statistische Karte, bei der die Länder entsprechend eines statistischen Wertes eingefärbt werden. Dabei kann man zwischen über dreihundert statistischen Werten wählen, darunter so exotische Themen wie jährliche Kinobesuche pro Einwohner oder Viehbestand an Kamelen. Die reichhaltigen Statistiken lassen sich auch anderweitig aufbereiten. So lassen sich Landesdaten vergleichen oder Tabellen und Grafiken erstellen. Weitere Extras sind ein Quiz mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen, das spielerisch geographisches Wissen für alle Altersstufen vermittelt.
Die 3d-Flugsimulation - vergleichbar mit dem Flug über die Wetterkarte im Fernsehen - ist graphisch nett anzusehen, bietet aber - wie auch in den früheren Versionen - keine wirklich verwertbaren Informationen. Dafür ist schon das digitale Geländemodell zu grob. Themenreisen bieten zusätzliche Informationen zu Klima, Wasser, Verkehr, Architektur, und anderem mehr.
Enzyklopädie und Weltatlas: Diese attraktive Kombination zum keinesfalls übertriebenen Preis ist eindeutig die bessere Alternative zum schwergewichtigen (und deutlich teureren) Regalmeter Druckerzeugnis. Zu hoffen bleibt, daß in der nächsten Version eine brauchbare Suchfunktion enthalten sein wird.
Microsoft Encarta Professional 2001 Microsoft Press 249,- DM
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Auch dieser Roboter entsteht in einem der Workshops des Buches! |
Kann ein Buch detailliert auf die vielen Aspekte der 3d-Modellierung und -Animation eingehen, ohne sich dabei zwangsläufig auf ein bestimmtes 3d-Programm zu konzentrieren? Erstaunlicherweise gelingt dem Autor dieser Spagat so gut, daß man - selbst als abgebrühter Leser so mancher Literatur zu speziellen 3d-Applikationen - immer wieder Neues entdeckt, und so manche Grundlagen erst hier plastisch vor Augen geführt bekommt. Für den Anfänger bietet dieses Buch einen übersichtlichen Einstieg in die Welt des dreidimensionalen Designs, auch wenn man sich noch nicht für das Handwerkszeug entschieden hat.
Das Buch gliedert sich zunächst in die Kapitel Grundlagen der Modellierung, Texturen und Oberflächen, Beleuchtung und Effekte mit Licht, Kamera und Rendering, sowie Animation. In anschaulicher Weise, die von vielen Farbbildern unterstützt wird, wird sämtliches Basiswissen zu den Grundlagen leicht lesbar, und dennoch fachlich präzise, erläutert. Beim Studium dieser Kapitel wird auch so mancher "alte Hase" noch Aha-Effekte erleben.
Der unbestrittene Höhepunkt sind aber die acht Workshops, die mit jeweils anderen 3d-Programmen die komplette Lösung einer Aufgabe aus dem Profi-Alltag dokumentieren. Ob ein Ottifant mit Cinema 4D modelliert wird, oder eine Unterwasserszene mit 3D Studio MAX: hier gibt es knallharte Tips aus der Praxis, die absolut professionelle Ergebnisse liefern. Viele Kniffe und Vorgehensweisen lassen sich von einem Programm (eventuell mit einigen Änderungen) in ein anderes übertragen, so daß auf jeden Fall alle Workshops für jeden Anwender lesenswert sind.
Auf der beiliegenden CD-ROM sollen Demo-Software, sowie diverse Übungsbeispiele aus dem Buch enthalten sein. Leider konnte ich das nicht nachprüfen, da in meinem Exemplar keine CD vorhanden war.
Wenn ich jemandem ein allgemeines Buch über 3d-Grafik empfehlen soll, dann dieses. Für Einsteiger wie für Profis gleichermaßen interessant bietet es Grundlagen und Profi-Tips für jede Hard- und Software.
Arndt von Koenigsmarck: 3D-Design Midas Verlag, Zürich 98,- DM
Bei diesem Buch handelt es sich um das Begleitbuch zur Ausstellung if... - Wunschwelten der Kommunikation des Berner Museums für Kommunikation, die bis Juli 2000 im Berner Kornhaus stattfand. Es ist jedoch weit mehr als nur eine interessante Zugabe für Ausstellungsbesucher; es ist ein eigenständiges Buch, dessen Inhalt sich jedem erschließt.
Das Thema Kommunikation und Technik wird im Spiegel der Zeitgeschichte reflektiert, die von der Vergangenheit (ca. ab 1850) über die jüngere Vergangenheit (Nachkriegszeit) bis hin zur Gegenwart reicht. Aus jeder Phase werden aktuelle technologische Entwicklungen, Zukunftsvisionen sowie die Reaktionen der Gesellschaft darauf behandelt. Dabei wird offensichtlich, daß die Kommunikation nicht erst die große Umwälzung der letzten Jahrzehnte ist, sondern durch neue Technologien wie Telegraphie, Überseekabel, und Telephon schon seit 150 Jahren die Menschheit verändert. Computer, Internet und Cyberspace sind heute die Hypes, so wie es in den 50er/60er Jahren die Atomenergie und Städte auf dem Mond und dem Meeresgrund waren, früher die Städte der Zukunft und die Flüge per Ballon zum Mond. Das Bildtelephon hingegen findet man bereits auf alten Postkarten, in Fritz Langs Metropolis, in Studien der 70er Jahre und auch heute immer wieder in den Medien; erstaunlich nur, daß bei so viel Faszination für dieses Thema sich bis heute niemand gefunden hat, der es auch wirklich benutzen möchte.
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Zweigeteilt? Warum nicht... |
Beim Öffnen des Buches sieht man zunächst Ungewohntes. Das Buch ist vertikal in zwei Abschnitte aufgeteilt, in denen man unabhängig voneinander blättern und lesen kann. Im oberen Teil werden verschiedene Themen auf einer Seite behandelt, jeweils zusammen mit einer ganzseitigen Illustration. Der untere Teil hingegen enthält verschiedene Essays. Gemeinsam ist beiden Teilen, daß sich in WWW-gewohnter Form Hyperlinks enthalten, nämlich Verweise auf Seiten im oberen Teil. Auf einer Seite zum Stichwort "Der himmlische Wagen" findet man zum Beispiel Verweise auf "Wundermobil" und "Stadtflucht".
Im Vorwort wird man explizit dazu aufgefordert, die geradlinige Leseweise abzulegen und das Buch nichtlinear zu erforschen. Das hört sich zunächst etwas bemüht an, macht aber erstaunlich viel Spaß. So zappe ich mich mal nur im oberen Teil von Begriff zu Begriff, folge interessanten Links und höre erst dann auf, als neue Links nur noch auf bereits Gelesenes verweisen. Mal lese ich einen Essay im unteren Teil, schlage aber zwischendurch immer wieder bei den verwiesenen Schlagwörtern im oberen Teil nach, ohne dabei den Faden verlieren zu müssen. Wie bei allen Hypertext-Werken stellt sich am Ende die Frage, ob man denn wirklich alles gelesen habe. Bei diesem Buch - im Gegensatz zu einer interaktiven CD-ROM - läßt sich das Problem allerdings durch schnelles Durchblättern auf Unbekannte Seiten lösen.
Das Buch ist eine interessante und gelungene Mischung aus Text und Bild, erfrischend dargeboten durch die zweigeteilte Form und die zahlreichen Hyperlinks. Leider wird der Preis einige interessierte Leser vom Kauf abhalten.
Wunschwelten Chronos Verlag, Zürich 68,- DM
Astronomieprogramme gibt es mittlerweile in allen möglichen Darreichungsformen: Sharewareprogramme berechnen den Sternenhimmel zu jeder beliebigen Zeit, VRML-Welten im Internet lassen einen durch unser Sonnensystem fliegen und Datenbanken enthalten Fakten über einen Großteil der bekannten Himmelskörper. Wozu da noch ein weiteres Astronomieprogramm? Antwort: Redshift in der aktuellen Version 3 ist alles in einem und noch mehr, und zwar auf höchstem Niveau.
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Im August 1999 sieht's finster für uns aus |
Sämtliche Planeten und deren Monde sind mit hochaufgelösten Texturen vorhanden, virtuelle Reisen durch unser Sonnensystem werden dadurch zum Vergnügen. Animationen lassen sich als QuickTime-Filme speichern und In der Datenbank von Redshift 3 sind mehr als eine Million Sterne enthalten, dazu sämtliche Planeten und deren Monde.
So ist Redshift 3 nicht bloß ein virtuelles Planetarium, mit dem man sich den Sternenhimmel zu jedem Zeitpunkt zeigen lassen kann. Jede beliebige Position im Sonnensystem läßt sich als Beobachtungsstandpunkt wählen, so daß man beispielsweise sehr schön die diesjährige Sonnenfinsternis verfolgen kann. Wenn man nahe genug heranzoomt, kann man sogar den Kernschatten des Mondes sehen.
Diverse Multimedia-Animationen mit gesprochenem Kommentar führen einige der interessantesten astronomischen Themen vor. Abgerundet wird das Programm durch ein Lexikon der Astronomie enthalten, daß ausführlich alle Begriffe erklärt und faszinierende Photos von astronomischen Objekten enthält.
Für Liebhaber der Optionsdialoge bieten sich vielfältige Einstellungsmöglichkeiten, die jedoch eine gewisse Einarbeitungszeit benötigen: Planetenbahnen lassen sich sichtbar machen, die Planeten lassen sich einzeln vergrößern, Atmösphären und Schattenwurf lassen sich ein- und ausblenden, und vieles mehr. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist auch die Steuerung geraten, mit deren Hilfe man seinen Standpunkt und Blickpunkt im All einstellen kann. Einige Anleihen an der intuitiven Bedienung mancher 3d-Programme könnten hier in der nächsten Version nicht schaden. Unverständlich ist, daß die Texturen im Echtfarb-Modus meiner Grafikkarten in Falschfarben dargestellt werden. Bei 16 und 8 Bits/Pixel erfolgt die Darstellung jedoch korrekt.
Ein hervorragend gemachtes Astronomie-Produkt mit einigen wenigen Schönheitsfehlern, das den Profi rundum glücklich macht und für viele Abende hinter dem Teleskop hervorlocken kann. Auch astronomisch unbewanderte Anwender können hier einen sehr anschaulichen Einstieg in unser Universum erlangen. Für Computerneulinge dürfte die Bedienung allerdings zu kompliziert sein.
Redshift 3 United Soft Media 149,- DM